Land und Leute

Zwar ist Dolpo der grösste Distrikt Nepals, ist aber mit 3.7 Personen pro Quadratkilometer auch am dünnsten besiedelt. Es leben ca. 30 000Menschen im Dolpo, davon ungefähr 7000 Leute in dem kargen Gebirgsgebiet des Upper Dolpo.
Auf Grund seiner Abgeschiedenheit und der 20-jährigen Besuchssperre hat vor allem das Upper Dolpo seine kulturelle Ursprünglichkeit bewahren können. Die rauen klimatischen Bedingungen machten aus den Dolpopa, wie die Einwohner Dolpos genannt werden, robuste Bewohner, die hart zu arbeiten gewohnt sind und mit sehr wenig auskommen müssen. Die Dolpopas leben überwiegend von der Landwirtschaft; es werden hauptsächlich Gerste, Buchweizen und Kartoffeln angebaut. Da die Sommer sehr kurz sind, kann nicht genug Nahrung erwirtschaftet werden, so dass in den harten Wintern vor allem Bewohner aus dem Oberen Dolpo weiter talabwärts ziehen müssen, in Yakwollzelten hausen und dort Handel betreiben.

„Obwohl unsere Körper vor Arbeit schmerzen, gibt unser Land nicht genug Getreide zum Überleben. Deshalb muss jeder Bauer in Dolpo auch ein ziehender Händler sein.“
(Zitat von Diane Summer aus den Film Himalaya von Eric Valli)_
Yaks, in grossen Herden gehalten, sind die wichtigsten Nutztiere der Region; sie liefern der Bevölkerung Fleisch, Milch und Wolle und eignen sich als Lasttiere.
In den letzten Jahren ist das Leben der Dolpopas zunehmend härter und schwieriger geworden. Durch das Abtauen der Gletscher kommt weniger Schmelzwasser in die Dörfer. Vor allem das Upper Dolpo kämpft mit Wassermangel. Die Bewässerung der Felder wird von der Dorfversammlung nach strengen Regeln festgelegt. Zudem ist der Handel nach Norden, nach Tibet, immer wieder durch Grenzschliessung unterbunden.
Geschäfte, Strom und Anschluss ans Mobilfunknetz gibt es nur in der Bezirkshauptstadt Dunai. Hier lebt mehrheitlich nepalesische Bevölkerung. Hier sprechen die Leute Nepali und sind Hindus.