Zahlen und Fakten

Die eigentliche Einnahmequelle der Bewohner, der Handel entlang der Salzstrasse in Nord–Süd-Ausrichtung, ist seit der Schliessung der Grenze durch China zusammengebrochen. Auf der Salzstrasse wurden früher jährlich bis zu 9000 t Salz transportiert (Zahlenangabe nach GEO).
Der landwirtschaftliche Ertrag reicht nicht zum Unterhalt der Familien aus, mehr als 50% der Bewohner Mustangs leben unter der Armutsgrenze.
Wenn im November die Feldarbeit beendet ist, verlässt etwa die Hälfte der Bevölkerung das Land, um irgendwo in Nepal, Indien,  Malaysia oder in den Staaten am Persischen Golf etwas Geld zu verdienen.
Zu Beginn des Frühjahrs kehren die meisten Bewohner zurück, bis jetzt wenigstens. Aber 40 Jahre ohne lokale Verdienstmöglichkeiten, ohne gute Ausbildung, ohne Kontakte vor Ort lassen befürchten, dass sich die Landflucht – ohne bewusste Stärkung der eigenen Identität und Schaffung von Einnahmequellen – ausweiten wird.Zur Zeit wird von der tibetischen Grenze her eine befahrbare «Strasse» angelegt. Diese Truckspur führte 2005 schon weit in den Süden des Landes hinein, bis oberhalb von Geling.

Mit dem Bau dieser Strasse und der vorsichtigen Öffnung der Grenze zu Tibet hat sich das Leben in Mustang sehr verändert. Einerseits sind alle Gebrauchsgüter dadurch erschwinglicher  geworden – Mustang ist inzwischen überschwemmt mit chinesischer Ware –, andererseits ist der langfristige Einfluss auf Kultur und gesellschaftliche Strukturen nur schwer abzusehen.
Seit 2005 gibt es in jedem Dorf Mustangs mindestens ein Telefon und in den meisten Dörfern gehen abends die Lichter an, sei es mit Hilfe von Solarzellen oder durch Stromaggregate.